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Prüm - Stadt des Rheinland-Pfalz-Tages 2011 vom 27.- 29. Mai 2011
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Zeitbilder
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Fredy Lange – beliebtes „Original“ und geschätzter Fotokünstler Der Gerolsteiner Berufsfotograf hinterließ auch den Prümern einzigartiger Fotos
Fotograf, Dichter, Musiker und liebenswerter Mensch: Von Fredy Lange ist uns eine Menge Lesens- und Berichtenswertes überliefert. Köstliche Geschichten aus der Lebenspraxis, viel von Fantasie und Mut, große berufliche Kompetenz und ein in die Eifel verliebter Heimatmensch. Ihm verdanken die Freunde der lokalen Historie und Eifelforscher eine Fülle von Fotos, die die Schönheit der Vulkaneifel in einem besonders hohen Maße widerspiegeln.
Heinz Schmitz aus Gerolstein hat in seinem Werk „Damals in der Eifel“ (Helios Aachen, 1998) die Charakteristik und Schaffenskraft dieser hoch geachteten Persönlichkeit wie folgt wiedergegeben: „Unermüdlich im Angehen des Motivs, hingebungsvolles Einfühlen, Ausdauer im Erfassen des rechten Augenblicks und meisterliche Beherrschung des fotografischen Handwerks verleihen seinen Aufnahmen eine unverwechselbare Handschrift. Trotz aller Talente und Erfolge blieb er immer ein bescheidener Mensch“.
In der Tat: Fredy Lange war ein Meister seines Faches. Unzählige Aufnahmen von Gerolstein, dem Kylltal, der engeren Vulkaneifelheimat, der Stadt Prüm, der Dörfer Schönecken, Neroth oder Kerpen – um nur einige Beispiele zu nennen – zeugen von der hohen Schaffenskunst des Meisters. Doch nicht nur das fotografische Handwerk beherrschte Lange, es war vor allem sein „Auge“, das ihn auf den richtigen Pfad leitete. Ausdauer und Geduld prägten sein Schaffen, verbunden mit der Gabe, alles ins rechte Licht zu rücken, ja „in Szene zu setzen“. Somit werden viele seiner Bilder zu Werken, die man „lesen“ muss. Seine Kraft und sein Mut zu inszenieren machen aus den Bildern Kunstobjekte. Nicht dass man darüber streiten müsste, ob sie mal weniger gut, mal besser oder besonders gut gelungen sind, nein – es sind Eindrücke, die Besonderes ausdrücken. Interpretationen sind bei der Betrachtung weniger hilfreich, vielleicht sollte sich der Betrachter einfach auf die Aussagekraft der Bilder einlassen.
Beste Beispiele solcher Impressionen sind eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen, menschliche Antlitze, Tiere auf der Weide, das bäuerliche Leben und Schaffen oder stille Augenblicke. Exemplarisch hierfür: die Kuhherde auf der Birresborner Brücke, die kletternden Ziegen an der Kasselburg oder die einsame Büschkapelle im winterlichen Gerolsteiner Wald – alle Motive sind klug gewählt und prächtig in einen harmonischen Zusammenhang gestellt. So werden aus Fotos kleine „Gemälde“, freilich oft ohne Farbtöne. Denn die meisten Lange-Werke sind in schlichtem Schwarz-Weiß gehalten, gestalterisch auf das Wesentliche beschränkt, schnörkellos und ohne Beiwerk.
Fredy Lange war ein Meister des Fotografierens. Gelernt hat er seinen Beruf beim Fotografen Boeren in Pelm. Als 12jähriger Junge bekam Fredy eine Plattenkamera, die er zunächst für seine ersten Tier- und Landschaftsaufnahmen mit sich trug. Er ließ kaum eine Gelegenheit aus, diese Ausrüstung mit sich herumzuschleppen. Er hätte eine wichtige oder witzige Szene verpassen können! Vorwitz, Fantasie und Interesse an seiner geliebten Heimat waren die Motivation für seine Fotografentätigkeit. Und in Gerolstein und Umgebung gab es eine Menge zu entdecken!
Geboren wurde Fredy Lange im Jahre 1903 in Köln-Kalk, kurze Zeit später zog die Familie in die Vulkaneifel, wo der Vater das „Hotel zur Post“ in Gerolstein übernahm. Seine Jugend verbrachte Fredy an der Kasselburg bei Gerolstein, wo Vater Franz Lange im Jahre 1908 die „Forsthaus-Restauration“ übernommen hatte. „Von den Burgen in der Eifel ist die schönste sie – ohne Zweifel“ heißt es von Fredy Lange. Stolz warb der Vater bereits in den 20er Jahren für seinen Sohn: „Gelegenheit zu photographischen Aufnahmen durch einen Berufsphotographen“. Später warb Fredy einfallsreich:
„Gehen Sie ohne Bange zu Photo Fredy Lange“ oder „Schöne Erinnerungen – von Ihnen photographiert, von uns und entwickelt und kopiert“. Bis zur Burg Eltz hat es ihn wohl nie verschlagen, sonst wäre dieser bevorzugte Eindruck von der Kasselburg wohl nicht entstanden. Aber dennoch: Die Höhenlage dieses Burg-Ensembles ist faszinierend, der Blick nach Pelm hinunter gewiss ein einzig berauschendes Erlebnis für alle Sinne.
Fredy besuchte die Volksschule in Pelm. Es wird berichtet, dass der Schulbub hin und wieder mit einem Esel den Weg von der Burg in das Dorf hinabritt. Das Tier wurde dann an einem Pfahl auf dem Schulhof angebunden und von den Schulkindern liebevoll gehätschelt. Mittags erfolgte dann der Ritt zurück auf den Burgberg. Wintertags bediente sich der schlaue Fredy eines anderen Hilfsmittels: Dann sauste der Schuljunge mit dem Schlitten den Weg hinab über die kurvige, noch unfertige Landstraße oder suchte nach Abkürzungen. Das allerdings wurde ihm einmal zum Verhängnis. Bei einem schweren Sturz zog er sich eine Schenkelfraktur zu, so dass ihm ein Leben lang das Gehen zu schaffen machte.
Fredy Lange war ein äußerst beliebter Zeitgenosse, nicht zuletzt, weil er immer sprachgewandt und humorvoll auftrat. „Auf jedes Töpfchen hatte er ein Deckelchen“, weiß ein väterlicher Freund von ihm zu berichten. Sprachbegabung und Fabulierlust bezeugen auch kleine Heimatlieder, die er dichtete, Sprüche, die er öffentlich „klopfte“ und Reime, die er nebenbei schmiedete. Seine Dichtergabe hatte er von seinem Vater, der auch bereits die berühmte Kasselburg in vielen Strophen besang. Neben Kapelle, Burgbrunnen und Turmaussicht tat das der Vater nicht ohne Eigenwerbung: „Knurrt dir der Magen, geh zum Forsthaus ohne Zagen...“, ließ „Lange Senior“ verlauten.
Auch das Musizieren war Fredy in die Wiege gelegt. Im Kaiserhof in der Stadt Gerolstein gab er zusammen mit einigen Musikerkumpels Kostproben seines Klavierspiels. Dabei hatte er eine besondere Vorliebe für die Improvisation. Oftmals überraschte er so eine illustre Gesellschaft, einheimische Lokalpolitiker, Jagdfreunde und Fischer mit seinem virtuosen Spiel am Flügel oder mit dem Akkordeon.
Weniger schön waren die Kriegsereignisse, die den lebensfrohen Mann stark erschütterten. Nach der Einberufung erfolgten Kriegsdienst und Gefangenschaft, nach der Heimkehr in seine geliebte Heimat fand er sein Fotogeschäft nur noch als Trümmerhaufen vor. Doch Lange schuf den Neuanfang, eröffnete einen neuen Fotoladen und fand wieder zu alter Fotografierleidenschaft zurück. Es entstanden Landschaftsaufnahmen, Portraits, Stillleben und Objektbilder.
Lange starb 1989 in Gerolstein und ist auf dem Waldfriedhof bestattet.
Über 25.000 Aufnahmen hat Fredy Lange der Nachwelt hinterlassen. Leider ging von der riesigen Postkartensammlung und den vielen tausend Negativen ein Teil bei seinem Umzug und in den Kriegswirren verloren. Doch zahllose Kostbarkeiten, Schätze und eindrucksvolle Dokumentationen jener Zeit zwischen 1930 und 1980 sind uns erhalten geblieben.
Fredy Langes Werk bleibt unvergessen. In Tausenden von Familien in der Heimat und weit hinaus in alle Welt befinden sich Postkarten des berühmten Fotografen. Gut zu wissen, dass alle Bilder heute „gesichert“ lagern und Interessierte Zugang finden. Dazu gehört auch der Schreiber dieser Zeilen Joachim Schröder
Fotostrecke
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Die Eifeler Hauskrippe Eine Text- und Fotodokumentation über die Entstehung einer häuslichen Landschaftskrippe
Der Aufbau einer individuellen Hauskrippe erfordert ein wenig Planung, auch eine Menge Vorarbeit. Der richtige Platz muss ausgewählt werden, Größe, Höhe und Tiefe müssen in einer gewissen Relation zum Raum stehen. Zudem muss im Vorfeld – einige Wochen vor dem Weihnachtsfest – das entsprechende Material wie Wurzeln, Moos, Rinde und anderes mehr beschafft werden. Behilflich bei der Sammlung sind Körbe, in die man die Kleinteile wie Zapfen, bemooste Steine und Rindenstücke verstauen kann. Moos und Stümpfe sollen dann bis zu vier Wochen getrocknet werden.
Zuerst wird der Unterbau der Krippe gefertigt: Holzkisten, Kartons oder Steine können hier weiterhelfen. Bei mir war es zusätzlich ein (nicht mehr genutzter) offener Kamin mit Sitzbank. Darauf und daneben werden die Baumwurzeln geschichtet, so dass sich grob eine Landschaft entwickelt, die dann mit Moos teilweise abgedeckt wird. Schluchten, Höhlen, Wege und Wasserläufe sollen die Krippe „interessant“ machen – hier ist dem „Bauherren“ überlassen, wie er die Gestaltung vornimmt. Als Unterkunft für die Figuren dient ein selbst gebastelter Stall, der räumlich alle anderen Elemente stark überragen darf. Statt eines Holzstalls darf es natürlich auch eine Wurzelgrotte oder ein gemauertes Häuschen sein – mit Heu, Leiter, Futterkrippe und weiteren Elementen. Für den Wasserlauf bietet sich Alupapier an. Die selbst gefertigten Häuschen in der Landschaft ergänzen das Gesamtbild – natürlich sind sie alle mit Hilfe einer Lichterkette beleuchtet.
In diese Landschaft eingebettet findet der Betrachter neben dem Stall ortstypische Elemente wie das Bauernhaus mit Hof, Tenne, Garten und Holzplatz. Auch der Misthaufen gehört dazu, ferner landwirtschaftliche Geräte wie Sense, Gabel, Axt, Egge oder Pflug. Die Eifeler Landschaftskrippe wird komplettiert durch Gewächs aller Art. Neben Trockenblumen sind es vor allem Buchsbaum- und Wacholderzweige, die der Krippe saftiges Grün vermitteln. Seltener treten bei den Darstellungen Mühlen und Wasserläufe hinzu; und wenn, dann gehört eine Brücke ebenso dazu wie Waldwege, Gebüsch und Höhlen.
Mittelpunkt der menschlichen Figurengruppe ist die Heilige Familie im Stall. Das Jesuskind liegt auf Stroh, Maria und Josef erheben sich an seiner Seite. Da die kleine Gestalt des Jesuskindes unter allzu viel Beiwerk oft verschwunden wäre, hob man sie gewöhnlich durch helle Kleidung, einen Heiligenschein oder einen Stern hervor. An der Seite der Krippe kniete die Mutter. Diese Demutshaltung Marias wurde seit jeher bei allen volkstümlichen Krippen beibehalten. Als bevorzugtes Gewand diente ihr ein meist blaues Umschlagtuch oder ein Umhängemantel. Die Person des Josef, meist mit grauem Bart dargestellt, steht in gebührendem, respektvollem Abstand mit Wanderstab und Laterne auf der anderen Seite des Kindes. Weiterhin im Stall: Ochs und Esel, vielleicht weitere Haustiere. Am Dachfirst hängt eine Engelsfigur mit dem Banner „Friede auf Erden“ oder „Gloria in excelsis deo“. Stall und Vorraum sind in weiches Licht getaucht.
Natürlich spielen die tierischen Bewohner des Stalles eine große Rolle. Dies hat sehr viel mit dem Volksglauben zu tun, dass die Tiere (besonders ausgeprägt in der Eifel) als Freunde und Helfer des Menschen auftreten und ihnen als Nahrungsgrundlage dienen. Das Schaf bietet darüber hinaus wärmende Wolle und Milch. In den Tierdarstellungen assoziiert man beim Schaf zudem Attribute wie „liebevoll", „genügsam" und „folgsam". Ochs und Esel gelten ebenso als Helfer, die Eier legenden Hühner symbolhaft als Lebensspender. Im Volksglauben der Eifeler reden die Tiere in der Heiligen Nacht sogar miteinander über die Geburt des Erlösers. Als Dank für die geleistete Arbeit erhalten sie an Weihnachten besondere „Gaben" wie Getreide und Rüben.
Eine zweite wichtige Figurengruppe der Krippe ist die Hirtenschar. Sie, die nach dem Evangelium „eilend herbeikamen, um das Wunder zu schauen", werden häufig als anbetende Gruppe dargestellt. Es handelt sich um Männer in Pelzen und Mänteln mit langen Hirtenstäben und häufig einer Proviantumhängetasche an der Seite, die ehrfurchtsvoll niederknien. Vielfach sind sie die erste Gruppe, die dem Christuskind in Form eines Lammes ihr bescheidenes Geschenk übergeben. Andere Versionen zeigen die Hirten in großem Abstand zum Stall, um, wie der Volksmund sagt, „das Kind nicht zu stören". Die Hunde halten sie pietätvoll im Hintergrund.
Als weitere Krippengruppe kommen, allerdings erst später, die drei Weisen aus dem Morgenland hinzu. Bei ihnen konnte sich die Fantasie der Künstler oder Laienbildner ausleben: Der schwarze König wurde und wird meist in exotischer, farbenprächtiger Kleidung gezeigt; nicht minder kostbar gekleidet sind seine beiden Gefährten. Hinter ihnen reiht sich das ebenso fremdartig anzuschauende Gefolge, voll bepackt mit Geschenken. Als tierische Begleiter treten hier, zumindest in den großen Kirchenkrippen, Kamele und Elefanten hinzu.
Hintergrund: Die Weihnachtskrippe hat zu allen Zeiten die Christen angeregt, das Geschehen von Bethlehem auch plastisch-figürlich zu veranschaulichen. Es war wohl die tiefe Sehnsucht der Gläubigen, auf diese Weise dem Heilsereignis auch räumlich nah zu sein. Urkundlich bezeugt wird die erste Krippendarstellung im 13. Jahrhundert im Salzburger Land. Zunächst hielten die Krippen Einzug in die Kirchen und Klöster, ehe sie im 17. Jahrhundert in die Familien gelangten. Seitdem haben sie ihren festen Platz in der „guten Stube“, wie die Eifeler sagen. Krippe und Weihnachtsbaum bilden hier zumeist eine Einheit, um die sich die Familienmitglieder am Heiligabend versammeln. Die erste Krippe in unserer Region stand übrigens im Kloster Niederprüm, wie eine Quelle mit dem Titel „Christ. Wiegelin“ von 1621 belegt. Joachim Schröder
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Hauskreuz am neuen Standort
Im Zuge einer privaten Baumaßnahme im Mühlenweg wurde kürzlich das Schieferkreuz aus der Hauptstraße, Nummer 29, an seinem neuen Standort platziert. Das Sockelkreuz aus Salmer Blauschiefer stammt aus dem Jahre 1817. Es wurde anlässlich einer Vermählung am Giebel des ehemaligen „Ludeshofes“ in der alten Dorfstraße (heute Hauptstraße) errichtet. Neben der ungewöhnlich langen Inschrift beinhaltete das Hauskreuz ein Kruzifix, ein Blumenornament sowie die Figuren der Heiligen Katharina und des Heiligen Johannes. Außerdem enthielt es einen Sockelabschnitt mit zwei Blattgehängen.
Durch Kriegseinwirkung – das gesamte Gehöft lag 1945 dem Erdboden gleich – gingen einige Teile des Schaftes und der Sockel verloren, bestehende Beschädigungen zeugen von Granatsplittern und dem Beschuss in der Endphase des 2. Weltkrieges.
Nach dem Krieg wurde das Schieferkreuz notdürftig repariert und neben dem Neubau der Familie Peter und Agnes Schröder im Gartenbereich an der Hauptstraße neu aufgebaut. Nach witterungsbedingten Schäden bis hin zum erneuten Bruch des Schaftes in den Folgejahren führte der Steinmetzbetrieb Leisen in Neidenbach nunmehr die notwendigen Restaurationsmaßnahmen durch: So wurden der Kreuzstamm zwischen Schaft und Kreuzbalken neu eingefügt, der fehlende Stecksockel ersetzt sowie Schrift und Ornament neu herausgearbeitet.
Alle Maßnahmen geschahen in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde und wurden von dieser teilweise finanziell unterstützt. Durch den Bau einer Einfriedungsmauer im Mühlenweg fand das sanierte Kreuz nun seinen neuen Standort auf dem Anwesen der Familie Schröder. Selbstverständlich soll es weiterhin ortsbildprägend erscheinen und bleibt so auch - entsprechend der Vorgaben der Denkmalpflege - im öffentlichen Raum und im Bewusstsein der Bevölkerung. Eine kleine Tafel informiert über die Geschichte dieses „stummen Zeugen“.
Die Inschrift, die auf die Vermählung hinweist, lautet: JOANNES. SCHEILEN. ET . CATHARINA. LEUFGEN. CONJUGES. EX. PRONSFELD. HAC SIGNUM. SALUTIS. IN. RELIGIONIS. AC. PIETATIS. MONUMENTUM. PONI. CURAVERUNT. + ET. PRAETEREUNTIUM. PRECIBUS COMMENDANT. ANNO DOMINI 1817.
Johannes Scheilen und Katharina Leufgen, Eheleute aus Pronsfeld, ließen dieses Zeichen des Heiles errichten als Zeugnis der Religion und der Frömmigkeit und empfehlen es den Gebeten der Vorbeigehenden. Im Jahre des Herrn 1817.
Anmerkung: In weiteren Quellen ist auch der Familienname Scheulen und Schellen nachgewiesen. Text und Foto: Joachim Schröder
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Auf der Isleker Eisenbahn ... Eine winterliche Reminiszenz an alte Eisenbahntage
Für die Kreise Bitburg und Prüm war der 5. Januar 1952 - also vor fast genau 60 Jahren - ein denk- würdiger Tag. Nach siebenjähriger Unterbrechung fuhr erstmals wieder ein Zug von Pronsfeld nach Neuerburg.
Es war ein schneereicher Wintertag, denn ein Teilnehmer der "Jungfernfahrt" nach dem Krieg drückt seine Empfindung poetisch wie folgt aus: "Bei prächtigem Schneetreiben kam ich von Prüm am frühen Vormittag mit dem Zug in Pronsfeld an. Schon um die Türme der Basilika wirbelten in wildem Tanz die Flocken, als gelte es, ein städtisches Faschingstreiben einzuleiten". Doch dann deutet der Verfasser es anders mit einer Bauernregel: "Hohes Schneetreiben um Lichtmess, sind wir guter Jahresernte gewess".
Während der Zug nach Waxweiler zunächst noch 300 Meter parallel zum Neuerburger Zug mithält und dem Wasserlauf der Prüm folgt, steigt rund 200 Meter weiter der Neuerburger Zug langsam den Berg hinan. In Höhe des Bierbaches passiert er eine erste Brücke - mit schöner Aussicht ins Bierbachtal. Doch bald verengen Dämme, Wälder und Bergkämme den Blick, der Zug streift Euscheid und gelangt nach Üttfeld, wo sich die Straßen nach Burg Reuland und St. Vith kreuzen.
Wieder schwärmt das Dichterherz: "Lange Jahre war dieser Islek mir freundschaftliche Heimat, besonders im Advent, wenn wir in der Krippenstube des Lichtenborner Pastors saßen oder in die verschneite Westeifel hinaus traten".
In der kleinen Islek-Metropole Arzfeld gibt es einen weiteren Halt; hier steigen viele Zugpassagiere in Postwagen, um in ihre Dörfer zu gelangen. Es folgt - neben Euscheid - noch ein neuer Haltepunkt: Neurath. Etwas später rollt der Zug das tief verschneite Wiesental hinab und erreicht in der Talschlucht Zweifelscheid. Dann gehts hinein ins enge, schluchtige Enztal, wo man keine 100 Meter Voraussicht hat. Der Zug erreicht nach 25,6 Kilometern und 45 Minuten die verschneite "Perle der Westeifel": Neuerburg. Joachim Schröder; Fotos: Archiv Joachim Schröder: oben: Nostalgiezug 1972 bei der Vorbeifahrt an Pronsfeld ( Bild anklicken für großes Bild); unten: Warten am Bhf Pronsfeld;
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Es darf gekreiselt werden... Ein Blick in die Geschichte der "Ritz" und der Prümbrücke
Die Stadt Prüm - die weithin bekannte Wald- und Abteistadt in der Westeifel - erhielt ihren Namen von dem keltischen Begriff "briman", was soviel wie "rauschen" bedeutet. Hergeleitet wird der Begriff vom gleichnamigen Fluss "Prüm", der in der Schneifel entspringt und bei Minden in die Sauer mündet. Die erste Erwähnung des Fleckens "Prumia" - so hießen einst Siedlung und Fluss - datiert aus dem Jahre 721 im Testament der Bertrada von Mürlenbach und im Nachlass von König Pippin aus dem Jahre 763. Der Fluss-Übergang an dieser Stelle war vorgegeben durch einen vorhistorischen Weg, der von der mittleren Mosel nach Limburg in den Niederlanden führte. Dieser Übergang war zugleich auch Rastplatz für die Reisenden. Heute führen die Bundesstraßen 51 (Saarbrücken-Köln), die B 410 (Koblenz-Luxemburg) sowie die B 265 (Aachen-Prüm) durch diese Zone im Prümtal. Einst gab es an dieser Stelle auch eines von vier Stadttoren, auch "Sötern-Tor" genannt. Hier wurde der Zoll entrichtet. Das Prümufer am Ende der Ritzstraße war Banngrenze zwischen der Ortschaft Rommersheim und der Siedlung Prüm. Die Ritzstraße - im Volksmund "Ritz" genannt - spielte im Mittelalter in der Justiz eine bedeutende Rolle.
Die "Ritzer Pforte", wo später die Steinbrücke über die Prüm erbaut wurde, bildete dabei so etwas wie eine "juristische Grenze". Gelang es dem Verurteilten nicht, die Pforte zu erreichen, wurde er einem Gerichtsboten des Oberhofes in Rommersheim übergeben. Im Weistum von 1550 heißt es: "An je Ritz, wo der Missetäter dem Hochgericht ausgeliefert wurde, Fuß am Stein und Fuß an der Bach". Um das Flüsschen Prüm siedelten sich im 18. und 19. Jahrhundert Gerbereien und Färbereien an. Leider kam es bei Überschwemmungen immer wieder zu Hauseinbrüchen und Wasserunfällen. Auch blockierten Eisblöcke den Durchfluss an dieser Stelle, so dass sich das Wasser bis in obere Ritzstraße staute. Dabei mussten Anwohner von der Feuerwehr aus ihren bedrohten Häusern gerettet werden. Im Zuge der Erbauung der Eisenbahnlinie Gerolstein - Pronsfeld (1882/83) wurden an der Prümer Brücke das Tor zur Stadt und einige Wohnhäuser abgerissen. Ein zweites Gleis wurde 1909 installiert, jedoch 1930 wieder rückgebaut. Im Jahre 1948 wurde die Bahnstrecke feierlich wiedereröffnet, ehe es im Jahre 1980 zur Stilllegung des Personenverkehrs und 2001 zur Gesamtstilllegung kam. Nach der Zerstörung der Steinbrücke 1944/45 erbauten deutsche Pioniere nach dem 2. Weltkrieg eine Notbrücke aus Holz. Nach der Sprengung errichteten Amerikaner eine "Gerüstebrücke" ("US-Bailey-Brigde"). Zum Kriegsende im Mai 1945 erfolgte der Bau einer neuen Holzbrücke.
In den 1960er Jahren wurde das Flussbett der Prüm ausgebaggert und eine neue Stützmauer erbaut. Der Weg entlang der Prüm erhielt zunächst den Namen "Industriestraße", später dann "Prümtalstraße". Schließlich erfolgte im Jahre 1954 der Abbau der Holzbrücke und der Neubau einer Stahl-Beton-Brücke. In Verbindung mit dem Kreuzungsbereich Ritzstraße-Heldstraße-Prümtalstraße und Gerberweg wurde die Prümbrücke im Jahre 1987 renoviert. Seit 20 Jahren erfolgen immer wieder Schritte zur Verkehrsberuhigung. Nunmehr bekommt die Stadt Prüm an dieser Stelle ihren ersten innerstädtischen Kreisel. Ein bewegtes Stück Stadtgeschichte findet somit im Jahre 2010 ein vorläufiges Ende, ein neues Stück Stadtgeschichte kann beginnen. Joachim Schröder
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Ein Zeitbild von vor 100 Jahren Der Prümer Herbstmarkt 1911: 3000 Rindviehcher und 5000 Menschen
 Waren das noch Zeiten! Vor 100 Jahren war Prüm neben anderen "Marktmetropolen" in der Eifel eine bekannte "Größe". Im Mittelpunkt des Prümer Marktkalenders stand und steht der Herbstmarkt im Oktober. 4000 Eisenbahnkarten wurden beispielsweise im Jahre 1911 an der Station in Prüm gelöst, 3000 Stück Groß- und Kleinvieh aufgetrieben, mit den zu Fuß erschienenen Landwirten dürften "weit über 5000 Menschen den Markt besucht haben", wie der "Eifelbauer" erzählt, die "Wochenschrift für fortschrittliche Land- und Volkswirtschaft". Die Zeitung beklagt in ihrer Ausgabe vom 21. Oktober 1911 das zu geringe Volumen des Prümer Bahnhofs. "Er ist selbst für gewöhnliche Markttage viel zu klein, der gestrige Zustand war unglaublich", so der ungenannte Verfasser. "Bekanntlich regnete es in Strömen und ein eiskalter Sturmwind fegte das Prümtal herauf, tausende Personen standen stundenlang, um rechtzeitig eine Fahrkarte zu erlangen", so das Blatt. Weiter noch: "Dass bei dieser Menschenmasse und dem Gedränge keine Körperverletzungen vorgekommen sind, ist als ein Wunder anzusehen". Dann äußert der "Eifelbauer" konkrete Wünsche für die Zukunft. Der Um- und Erweiterungsbau des Prümer Bahnhofs müsse dringend her, sogar ein Anbau mit einer großen Halle, "der für die gegebenen Verhältnisse ausreicht und für die Stadt Prüm würdig ist". Den Grund für das massenhafte Gedränge sieht die "Wochenschrift" in der Tatsache begründet, "weil alle die vielen Landwirte aus der Waxweiler, Leidenborner, Daleidener und endlich aus der Neuerburger Gegend mit dem Nachmittagszug, der um 2.35 Uhr von Prüm abfährt, keinen Anschluss für die beiden Nebenstrecken haben. Vorzüge nach Pronsfeld genügen durchaus nicht". Das Blatt fordert einen Sonderzug: Sowohl nach Waxweiler wie nach Neuerburg müsse an Markttagen noch je ein Zug um 3 (15 Uhr) abgehen. "Dann können auch die Fahrgäste, welche um 2.07 von St. Vith gekommen sind, diesen Anschluss benutzen". Energisch vertritt das Blatt seine Linie, kommentiert und fordert diese Verbesserung in einem Schreiben an die "Königliche Eisenbahnverwaltung". "Wir glauben, keine Fehlbitte getan zu haben, da unsere Wünsche nunmehr wohl doch als vollauf berechtigt anerkannt werden dürften und auch im Interesse der Bahnverwaltung liegen". Eine Schmunzelgeschichte zum Prümer Herbstmarkt erzählt Uwe Neumann in seinem Buch "Unser Dorf Hermespand". "Ein Knecht hatte altem Brauch gemäß schwer einen gehoben und war auf dem Weg zum heimatlichen Dorfe. Unterwegs stürzte er bei Dausfeld eine Böschung hinunter, verlor Hut und Stock und sah gerade nicht mehr salonfähig aus. Um den lieben und interessierten Mitbürgern eine greifbare Erklärung dafür zu geben, erklärte der Knecht der Prümer Gendarmerie sein Missgeschick in Form eines kleinen Raubüberfalls. Die Polizei machte sich sofort auf die Beine nach Dausfeld. Da man Verdacht schöpfte, dass der Überfall zu einem bestimmten Zweck vorgetäuscht war, holte man sich den Mann am nächsten Tag zu einer so genannten Vernehmung und hier gestand er schließlich im Kreuzfeuer der Fragen, dass es sich um eine eigene Erfindung zu einem bestimmten Zweck gehandelt hat".
Prüm und der Herbstmarkt - das ist eine besondere Geschichte mit besonderen Geschichten.Vieles ist überliefert, anderes wird wohlwollend verschwiegen. Aber köstlich sind die allermeisten "Steckelcher", die man hin und wieder von älteren Menschen schmunzelnd erzählt bekommt. Foto und Text: Archiv J. Schröder
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Kriegsweihnacht in der Westeifel Ein Zeitbild anno 1944 nach Aufzeichnungen von Dechant Franz Hartel (+)
"Weihnachten brannte die Westeifel" - so lautet nicht nur ein Buchtitel aus der Feder des Neuerburger Autors Rudolf Homann. "Ausgerechnet an Weihnachten brannte die Bleialfer Pfarrkirche" berichtete der damalige Schneifelpfarrer Franz Hartel in seiner Chronik. Weihnachten, das Fest des Friedens, war in der westlichen Eifel im Kriegsjahr 1944 alles andere als friedlich. Feindseligkeit pur! Schon vor Kriegsbeginn war die Eifel ein "Ameisenhaufen", wie Franz Hartel schreibt. Er meinte damit das massive Schaffen und Bauen am Westwall. Drohendes Unheil für den Schneifelort Bleialf deutete sich 1939 an, als das "Glockenverbot" vom 12. September ein Läuten untersagte, "obwohl die Firma Mark aus Brockscheid soeben erst den Glockenturm erneuert hatte", wie Hartel im Pfarrbrief mitteilte. Im Herbst 1944 wurde insbesondere die Schneifel zum Schauplatz erbitterter Kämpfe. Hartel damals: "Tag für Tag hämmerten die Geschütze des Feindes auf unser Dorf". Bleialfer Bewohner wurden zum Schloss Wallerode nach Belgien gebracht und dort in Ställen einquartiert. Pastor Hartel verblieb in "seinem" Bleialf und rettete noch wertvolles Kircheninventar, konnte aber schlimmste Verwüstungen im "Schneifeldom" nicht verhindern. Am 16. Dezember 1944 setzte um 5 Uhr überraschend die Rundstett-Offensive ein. Die Amerikaner zogen sich zurück, deutsche Soldaten besetzten das Dorf - Bleialf wurde das Ziel zahlloser Jabo-Angríffe. Genau an Heiligabend wurde die schöne Pfarrkirche St. Marien in Brand geschossen - ein Drama für die Gläubigen. Pastor Hartel schreibt über diesen 24. Dezember: "Nach dem schrecklichen Mittag sank der Heilige Abend auf die Fluren der zerquälten Eifel. Unsere Soldaten bevölkerten zu Hunderten das Pfarrhaus und bereiteten die Weihnachtsfeier vor: Kerzen, Tannenzweige, Wein, Zigaretten..." Am ersten Weihnachtsfeiertag rückten sämtliche Einquartierer ab, "das Pfarrhaus war wie leer gefegt". Sehr bewegt schildert der angesehene Seelsorger, dass er um 7 Uhr "in einem kleinen Zimmer neben der Küche an einem Tisch die Mette hielt". 30 Leute hatten sich dort eingefunden, zuvor legten sie ihre Beichte ab. Hartel klagt: "Keine Krippe, kein Christbaum! Nur zaghaft versuchten einige, ein Weihnachtslied anzustimmen".
Weitere Gottesdienste zelebrierte der Geistliche am Weihnachtsmorgen in Winterscheid und Mützenich, während es in Bleialf wegen schwerer Flugangriffe an vielen Stellen brannte. Bis Ende Januar 1945 dauerte es - dann waren die Schneifeldörfer wieder in amerikanischer Hand. "Bleialf war mit Granaten regelrecht eingedeckt", schreibt Hartel verbittert. Noch verheerender ging es im benachbarten Brandscheid zu, wo nur noch ein Kirchentorso in den Weihnachtshimmel ragte. Nach dem schrecklichen Unheil ließ Hartel das zerstörte Kirchendach notdürftig mit 8000 aufgeschnittenen Kartuschen reparieren. An Fronleichnam 1945 schmückten die Bleialfer ihre Straßen mit Wimpeln aus Fallschirmseide und mit Girlanden aus Fernsprechkabel. Insgesamt beklagte Bleialf den Verlust von 31 gefallenen Soldaten und 22 Zivilpersonen. Die Amtsverwaltung listete 1953 weitere 43 namentlich Vermisste auf. Weihnachten im Krieg - auch ein Stück Eifelgeschichte, das niemals vergessen werden darf. Heute erstrahlt der "Schneifeldom" im Inneren so glanzvoll wie nie. Herrliche Kleinode, ein "himmliches" Deckengemälde und viele Figuren sind neben der Siebenschläfergruppe die Zierde des Gotteshauses. Joachim Schröde
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Die Weihnachtsmadonna von Stalingrad In Pronsfeld erinnert erinnert ein Relief an die verheerende Kesselschlacht
Vor genau 50 Jahren wurde im Zuge der Kirchensanierung in Pronsfeld ein Relief im Chorraum der alten Kirche angebracht, das an die verheerende Kriegsschlacht in Stalingrad erinnert. Nikolaus Kyll, Pfarrer in Pronsfeld von 1949 bis 1957, hat in seiner Chronik überliefert, was vor 50 Jahren im Einklang mit der Pfarrgemeinde in Pronsfelds altem Gotteshaus geschah. Dr. Kyll selbst wurde während seines Studiums in Berlin, wo er bei Adolf Spamer im Jahre 1940 promovierte, im Jahre 1941 als Sanitäter eingezogen. Erst sieben Jahre später kehrte er aus russischer Gefangenschaft in seine geliebte Eifelheimat zurück. Dem Ruf, als Professor in Trier zu arbeiten, leistete er keine Folge, stattdessen trat er seinen Pfarrdienst in Pronsfeld an. "Diese Entscheidung war vom Erlebnis in Krieg und Gefangenschaft bestimmt", notierte Kyll später. Zeitzeugen berichten, wie er Mitgefangene in der Heimat begrüßte: "Wer diese Momente gesehen und miterlebt hat, versteht Kylls Entscheidung", schreibt Matthias Zender, ein guter Forscherfreund des Eifelpriesters. In diesen Nachkriegsjahren reifte die Entscheidung, in Pronsfeld eine Erinnerung an die Kämpfe und Verluste in Russland zu hinterlassen. Im Zuge der Renovierung der alten Remigiuskirche wurde als Verkleidung des Steinaltares ein Relief in Buntsandstein angebracht, das das Bildnis der Muttergottes darstellt. Es ist angelehnt an die Originalzeichnung, die der Oberarzt Dr. Kurt Reuber am Heiligen Abend des Kriegsjahres 1942 in Stalingrad anfertigte. Als die Soldaten dort den notdürftig gegen Kälte und Geschosse schützenden Bunker zur Weihnachtsfeier betraten, standen sie plötzlich ergriffen und schweigend vor dem Bild einer Mutter, die im weiten Mantel ihr Kind birgt. Dieses unter vielen Mühen mit Kohle auf der Rückseite einer russischen Landkarte gezeichnete Bild wurde bald die "Weihnachtsmadonna von Stalingrad" genannt. Das Bild gelangte aus dem Kessel heraus:der damalige Kommandeur des Bataillons, Hauptmann Dr. Grosse, brachte es mit, als er im Januar 1943 den Kessel als Schwerkranker verließ. Sein Schöpfer, Dr. med.lic.theol. Kurt Reuber, blieb in Stalingrad verschollen. Reuber war Truppenarzt beim Munitionsbatallion des Versorgungsregiments der 16. Panzerdivision. Im Alter von 37 Jahren war er zunächst mit vielen tausend Kameraden in Stalingrad vermisst, ist aber später - am 20.Januar 1944 - im Kriegsgefangenenlager Jelabuga gestorben. Reubers Bildnis wurde schnell zu einem der eindrucksvollsten Zeugnisse und Vermächtnisse des Zweiten Weltkrieges. Auch in Pronsfeld ist es seit nunmehr 50 Jahren verewigt, die Muttergottes von Stalingrad spendet in Pronsfelds alter Mutterkirche Trost und Zuversicht. Nicht zuletzt all den Hinterbliebenen von 182 Gefallen und Vermissten der Pfarrei, die hier - ebenfalls in Sandstein - namentlich aufgelistet sind. Kriegsleid und Weihnachtsfreud' - beides liegt an diesem Ort nahe zusammen. Joachim Schröder
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